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Die Diskussionsforen im Überblick

Thema
Referent
Moderator
  Doku.
[Forum 1] Fit für die Zukunft! -
Unternehmensnachfolgen einvernehmlich und effizient regeln
(Raum: 6H1)
Referenten:
Dipl.-Kfm. Roland J. Gördes, Geschäftsführer der Gördes, Rhöse & Collegen Unternehmensberatung GmbH, Hannover
Elke Knühmann, Mediatorin und Vizepräsidentin des Steuerberaterverbandes Niedersachsen - Sachsen-Anhalt e. V., Hannover
Moderatorin: Ute Weißenborn, Richterin am Landgericht, Hannover
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Jedes Jahr müssen sich rund 65.000 Unternehmer in Deutschland um einen Nachfolger für ihr Unternehmen kümmern. Die häufigste - erwartbare - Ursache hierfür ist das Alter des Unternehmers. Die zweithäufigste Ursache ist das unerwartete Ausscheiden durch Tod, Unfall oder Krankheit. Eine solche Situation gefährdet das Unternehmen ganz besonders, da ohne die Beteiligung des Unternehmers eine Nachfolgeregelung ungleich erschwert wird.
Im Kontext von unerwarteter, aber auch erwarteter Unternehmensnachfolge können verschiedene Probleme steuerlicher, finanzieller und rechtlicher Natur auftreten. Oft lassen auch emotionale Faktoren eine optimale Gestaltung der Nachfolge nicht zu. Vielfach möchte der Altunternehmer die Kontrolle nicht völlig an den Nachfolger abgeben, um sich einen gewissen Einfluss auf das Unternehmen zu sichern. Oder es entstehen Konflikte in der Familie des Unternehmers, wenn mehrere Familienmitglieder Anspruch auf die Nachfolge erheben. Auch unterschiedliche Auffassungen über die Unternehmensführung führen oft zu Auseinandersetzungen.
Bei der Gestaltung von Unternehmensnachfolgelösungen gilt es also, eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen in Einklang zu bringen. In diesem Forum sollen anhand ausgewählter Problemstellungen bei der Unternehmensnachfolge die Chancen und Rahmenbedingungen für eine einvernehmliche Einigung erörtert werden.

[Forum 2] Mediation und Schlichtung in Erbsachen
The undiscovered country?
(Raum: 5H1)
Referent: Christoph C. Paul, Rechtsanwalt und Notar, Mediator (BAFM), Vorstandssprecher der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM)
Moderator: Martin Schulz, Vorsitzender Richter am Landgericht, Hannover
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Nie zuvor wurde in Deutschland soviel ver- und geerbt: Rund zwei Billionen Euro wandern Schätzungen zufolge in den kommenden zehn Jahren von einer Generation zur anderen. Ärger gibt es oft noch bevor Geld aufs Konto gelangt oder Großmutters Haus verkauft ist. Jeder vierte Erbfall, so eine Emnid-Studie, endet in erbittertem Streit, die emotionale Tragweite von Erbschaftskonflikten ist enorm. Das deutsche Erbrecht wirkt dabei kaum schlichtend, im Gegenteil: Es ist für juristische Laien oft ein Buch mit sieben Siegeln. Dies wirkt zusammen mit der generellen Abneigung, sich mit dem Tabuthema Tod zu beschäftigen, als doppelte Hürde zum Abfassen einer Verfügung von Todes wegen. Und dabei möchten rund 3/4 der Deutschen geregelte Verhältnisse hinterlassen. Immerhin 70% sind laut Emnid bereit, Vermögen vorab auf Nachkommen zu übertragen. Welche Chancen und Möglichkeiten bietet vor diesem Hintergrund die Mediation? Wo ist eine außergerichtliche Einigung sinnvoll? Wie können verhärtete Fronten aufgebrochen werden und Erbmassen ökonomisch sinnvoll verteilt werden? Wie kann das Thema durch ein ansprechendes Marketingkonzept positiv besetzt und transportiert werden?

[Forum 3] Praxismodul: Wenn der Erbfall zum Ernstfall wird -
Möglichkeiten und Chancen von Mediation in Erbschaftsangelegenheiten
(Raum: 127)
Referenten:
Dr. Karl-Heinz Matthies, Vorsitzender Richter am Landgericht, Göttingen
Eckart Müller-Zitzke, Vorsitzender Richter am Landgericht, Braunschweig
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Geschwister zerren sich gegenseitig vor Gericht, Kinder treiben ihren Vater in den finanziellen Ruin oder verklagen ihre Stiefmutter, der sie Erbschleicherei vorwerfen. Nicht selten lösen sich bei solchen aufreibenden und kostspieligen Prozessen Familienbande ebenso auf wie das Erbe. Nichts geht mehr- oder doch? Welche Alternativen zum Gerichtsprozess gibt es? Wie können solche Konflikte, in denen sich oft jahrelanger Ärger entlädt, ressourcenschonend gelöst werden? Diesen Fragen wird hier ganz praktisch nachgegangen. Erfahrene Mediatoren erarbeiten mit Ihnen den Unterschied zwischen gerichtlicher Entscheidung und selbstbestimmter Konfliktlösung heraus und stellen das Verfahren der Mediation vor. Theoretische Teile wechseln sich mit praktischen Übungen ab, die das Gehörte ergänzen und vertiefen sollen.

[Forum 4] Konfliktschlichtung unter Jugendlichen I -
Teen Courts und Täter-Opfer-Ausgleich
(Raum: 3H1)
Referenten:
Wolfgang und Ursula Scheel, Kommunaler Sozialdienst, Hannover
Dr. Verena Sabaß, Richterin am Amtsgericht, München
Moderator:
Norbert Wolf, Generalstaatsanwalt, Braunschweig
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Konflikte unter Jugendlichen sind normal und stellen ein wichtiges Lernfeld dar. Zum Problem werden sie erst dann, wenn sie mit unangemessenen Mitteln wie verbaler oder gar körperlicher Gewalt ausgetragen werden. Solche Fälle enden häufig vor Gericht. Soweit muss es nicht kommen, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten der außergerichtlichen Streitbeilegung. Eine Entscheidung von Staatsanwaltschaft oder Gerichten wird dadurch nicht entbehrlich. Die außergerichtliche Streitbeilegung kann aber die für eine Verfahrenseinstellung nötigen Voraussetzungen schaffen und letztlich den Rechtsfrieden wieder herstellen.
In Niedersachsen findet Konfliktschlichtung vor allem in Form des Täter-Opfer-Ausgleichs statt, der von öffentlichen oder freien Trägern der Jugendhilfe angeboten wird. Doch welchen Qualitätsstandards sollte ein solches Verfahren genügen, um tatsächlich als erfolgreich gelten zu können?
Ein viel versprechendes Modellprojekt scheinen die sog. Teen Courts, also "Schülergerichte" zu sein, die u. a. in Bayern seit einigen Jahren durchgeführt werden. Schülergerichte handeln im Auftrag der Staatsanwaltschaft und unter sozialpädagogischer Betreuung der Jugendhilfe. Entsprechend fortgebildete Jugendliche setzen sich hier mit jugendlichen Straftätern zusammen, sprechen über deren Tat und schlagen danach erzieherische Maßnahmen zur Wiedergutmachung vor, deren Erfüllung überwacht wird.
Haben Teen Courts auch Vorbildcharakter für Niedersachsen? In welchem Verhältnis stehen Nutzen und Aufwand im Vergleich mit anderen Konfliktlösungsmodellen wie dem Täter-Opfer-Ausgleich?
Diesen und weiteren Fragen soll in dem Forum "Konfliktschlichtung unter Jugendlichen I - Teen Courts und TOA" nachgegangen werden.

[Forum 5] Konfliktschlichtung unter Jugendlichen II -
"Peer education" und Seniorpartner an Schulen
(Raum: 4H1)
Referentinnen:
Jutta Sengpiel, Landesschulbehörde, Braunschweig
Christiane Richter, "Seniorpartner in School e. V.", Berlin
Regine von Dobschütz, "Seniorpartner in School e. V.", Goslar
Moderator: Horst Roselieb, Niedersächsisches Kultusministerium
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Nicht jeder Konflikt unter Jugendlichen ist strafrechtlich relevant und beschäftigt die Justiz. Aber fast jedem Konflikt, der die Justiz beschäftigt, sind andere, oft harmlosere Streitereien vorangegangen, die auch an Schulen ausgetragen werden. Galt Schule als Schutzraum schlechthin zum Wissenserwerb und zur Persönlichkeitsentwicklung, sehen sich Lehrkräfte, Schulleitung, Eltern und Schüler heute zunehmend mit dem Problem wachsender Gewalt konfrontiert.
Um Jugendlichen Möglichkeiten zur friedlichen Lösung von Konflikten in der Schule aufzuzeigen, wurden in den letzten Jahren unterschiedliche Ansätze entwickelt. Zwei Modelle sollen in diesem Forum vorgestellt und diskutiert werden. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, inwieweit die Justiz von den in den Schulen gewonnenen Erfahrungen profitieren kann.
Der erste Ansatz, die sog. "Peer education", geht davon aus, dass Jugendliche bestimmter Altersgruppen sich am ehesten von Gleichaltrigen positiv beeinflussen lassen. In Niedersachsen lernen Schülerinnen und Schüler unter anderem in dem Projekt "Schule konfliktfähig" sowie im "Buddy-Projekt", füreinander Verantwortung zu übernehmen und sich für eine gewaltfreie Schule zu engagieren.
Einen anderen Ansatz verfolgt der bereits in mehreren Bundesländern tätige Verein "Seniorpartner in School e. V.". Dieser bietet älteren Menschen eine kostenlose Mediationsausbildung an und vermittelt sie dann als ehrenamtliche Konfliktbegleiter an Schulen weiter. Der Verein hat auch in Niedersachsen bereits erste Projekte initiiert.

Die Dokumentationen werden nach dem Kongress sukzessive eingepflegt.
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